Hormonbehandlung mit VZO (Verkehr am Tag des Eisprungs)

Geringe Störungen der Eizellreifung lassen sich meist schon mit Hormonstimulationstabletten (Clomifencitrat) behandeln. Das Clomiphen Ferring R oder Clomifen-ratiopharm R, wird während der ersten Zyklushälfte ab dem 3.- 5. Zyklustag für 5 bis 10 Tage eingenommen. Während dieser Hormonbehandlung ist eine Ultraschallkontrolle des Wachstums der Eibläschen in den Eierstöcken verbunden mit einer Hormonkontrolle (Blutabnahme) zwingend erforderlich um eine Überstimulation und eine mögliche höhergradige Mehrlingsschwangerschaften ausschließen zu können.

Sind die Eibläschen groß genug (18-20 mm Durchmesser) und nicht mehr als 2 bis 3, dann kann der Eisprung mit einer hCG - Spritze (Predalon R, Brevactid R, Ovitrelle R ) ausgelöst werden. - Das hCG (humanes Chorion Gonadotropin) entspricht dem Eisprungauslösenden Hormon = Luteotropes Hormon LH -

24 Stunden nach der "Auslösepritze" (kurz vor dem Eisprung) sollte dann der Verkehr erfolgen (VZO)

Die Gelbkörperhormonbildung in der 2. Zyklushälfte wird durch die hCG-Spritze gefördert und kann bei Bedarf noch zusätzlich mit Gelbkörperhormonen (Progesteron) wie Utrogest R oder Crinone R unterstützt werden.

Wenn mit den Hormonstimulationstabletten keine ausreichende Eizellreifung erreicht werden kann, weil möglicherweise eine schwerwiegendere hormonelle Störung gegeben ist, dann können die natürlichen Hypophysenhormone FSH und ggf. LH/hCG (HMG) mehrere Tage lang meistens unter die Haut oder aber auch in einen Muskel gespritzt werden. Diese Behandlung bedeutet für Sie mehr Aufwand als die Tablettenbehandlung, da je nach Stand der Eireifung kurzfristige Dosisanpassungen erforderlich sind. Diese Anpassung ist u.a. auch deshalb notwendig, damit eine Überreaktion der Eierstöcke vermieden wird. Zur Ovulationsförderung und -auslösung, wird nach Ausreifung eines oder mehrerer Follikel bzw. einer oder mehrerer Eizellen hCG gespritzt (s.o.).

Die meisten Frauen spritzen sich die Hormone selbst in die Bauchdecke (wie das auch die Zuckerkranken tuen).  Unsere Arzthelferinnen beraten Sie gerne  und geben Ihnen eine ausführliche Anleitung.

Mehrlingsschwangerschaften und Überstimulation (siehe auch Komplikationen) sind als Folge einer Hormonbehandlung eine Ausnahme und können meist durch Follikel-Monitoring vermieden werden.

Frühstens 14 Tage nach dem Eisprung kann mittels hCG-Bestimmung im Blut eine Schwangerschaft nachgewiesen werden.

 

Der Ablauf der Eizellreifung, des Eisprungs und der Befruchtung der Eizelle sowie Einnistung des Embryos ist in der unten stehenden Abb. dargestellt.