Die Auswahl der Spermatozoen für eine ICSI erfolgt nach morphologischen Kriterien. Die Beweglichkeit lässt jedoch keine Rückschlüsse auf eine erfolgreiche Befruchtung und die Entstehung eines entwicklungskompetenten Embryos zu.

Untersuchungen haben gezeigt, das insbesondere Samenzellen bei schlechter Samenqualität häufiger genetisch nicht intakt sind. Dies kann der Grund für erfolglose ICSI-Behandlungen sein. Genetisch intakte Samenzellen sind in der Lage, sich auf Grund bestimmter Membran-Bindungseigenschaften an die Eizellen zu binden. PICSI (=Hyaluronan-Bindungstest) ermöglicht die Selektion von Samenzellen, die bestimmte Membran-Bindungseigenschaften aufweisen (Worrilow et al. 2007). Die Auswahl der Spermien mittels PICSI ist somit eine Nachahmung der natürlichen Auswahl während des Befruchtungsvorganges im Körper, bei dem reife Samenfäden an einen Eizellkomplex binden.  In einer Studie der renommierten amerikanischen Yale Universität (Huszar et al. 2007), sind Ejakulatproben von Männern auf ihr Bindungsverhalten hin untersucht worden, wobei gezeigt werden konnte, dass die Wahrscheinlichkeit eine befruchtungsfähige, intakte Samenzelle aufzunehmen unter Anwendung des Hyaluronan-Bindungstest (PICSI) um den Faktor 4 erhöht werden kann.
PICSI kann insbesondere bei fehlgeschlagener Implantation, bei schwerer Teratozoospermie oder bei idiopathischer (= Ursache der Infertilität ist unbekannt) zu einem besseren Ergebnis führen.