Testikuläre Spermien Extraktion = TESE

In einigen Fällen ist die Fruchtbarkeitsstörung des Mannes so erheblich, dass man nur einzelne (Kryptozoospermie) oder auch keine Samenfäden (Azoospermie) in der Sperma-Ergussflüssigkeit (=Ejakulat) mehr findet.
Seit der ersten erfolgreichen Durchführung durch Silber 1995, besteht die Möglichkeit, dass mittels eines ambulant durchgeführten operativen Eingriffs Spermien aus dem Hoden (TESE) oder den Nebenhodenkanälchen (MESA) gewonnen werden können. Die MESA findet insbesondere dann statt, wenn die Samenleiter, angeboren oder als Folge von Entzündungen oder Operationen, verschlossen sind.
Nach Entnahme einer reiskorngroßen Hodengewebsprobe durch den Urologen wird durch unsere Biologin bis zu 8 Stunden in dem entnommenen Hodengewebe nach vitalen Spermatozooen gesucht. Fällt die Probe positiv aus, dann werden diese Proben in flüssigem Stickstoff kryokonserviert.

So stehen für mehrere Behandlungszyklen Spermien zur Verfügung, ohne dass man jedes Mal beim Mann einen operativen Eingriff durchführen muss. Mit den durch MESA oder TESE zur Verfügung stehenden Spermien kann danach das ICSI-Verfahren zur Befruchtung der Eizellen durchgeführt werden.

Die bei der TESE gewonnene Gewebeprobe wird auch einer histologischen Untersuchung unterzogen, um zu klären, warum im Ejakulat keine oder nur sehr wenige Spermien vorhanden waren und um eine Erkrankung des Hodens zu erkennen oder auszuschließen.

Wenn keinerlei Samenzellen mehr vorhanden sind, muss in einem ausführlichen Gespräch mit dem Paar geklärt werden, ob und welche anderen Möglichkeiten für das jeweilige Paar in Frage kommen. Als Alternative kommen die Samenspende (AID) oder eine Adoption in Frage.

tese