Zytologie ist die Lehre von Bau und Funktion der Zelle.
Im Bereich der Gynäkologie ist die Zytologie im Rahmen der Gebärmutterhalskrebs - Früherkennungsuntersuchung der wichtigste Bestandteil geworden.
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Noch vor 3 Jahrzehnten war der Gebärmutterhalskrebs der häufigste Krebs der Frau. Seit der Einführung des zytologischen Abstrichs (PAP-Test) im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung ist die Zahl der Erkrankungen signifikant gesunken.

Der PAP-Test ist nach dem Arzt Georg N. Papanicolaou benannt, der 1943 eine spezielle Färbemethode sowie Zellbeurteilungskriterien entwickelt hat, die es ermöglichen den Abstrich zu bewerten.

Der Abstrich wird nach der Entnahme beim Gynäkologen in ein zytologisches Labor geschickt und nach dem Papanicolaou - Verfahren gefärbt sowie anschließend unter dem Mikroskop mit dem Ziel durchgemustert ggf. auffällige Zellveränderungen (sogenannte Krebsvorstufen) zu erkennen.

Die Befundung des Abstrichs erfolgt nach der Münchner Nomenklatur III.

Deutsches Ärzteblatt 2014; 111(15)

In den meisten Fällen findet sich ein unauffälliger Befund. Bei Auffälligkeiten ergeben sich durch die Beurteilung wichtige Hinweise für die weitere Behandlung.
Ein auffälliger Befund bedeutet jedoch nicht, dass sich zwangsläufig ein Karzinom (Krebs) entwickelt, da sich ein Großteil dieser Veränderungen von selbst zurück bilden können.
Bei langandauernder Persistenz oder Verschlechterung eines Befundes können durch kleinere operative Eingriffe die auffälligen Veränderungen entfernt werden, wodurch die Entstehung eines Karzinoms zuverlässig verhindert wird.

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Die zytologische Untersuchung ist ein einfaches, sicheres und kostengünstiges diagnostisches Verfahren, das die Patientin nicht belastet. Seit Ihrer Einführung gilt sie somit bis heute unumstritten als die erfolgreichste Krebsfrüherkennungsuntersuchung.

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